Dienstag, 8. Oktober 2019

Back to Bodden - Rügen im Oktober


Moin Leute,

vergangenes Wochenende vom 05. – 06.10.2019 war es dann endlich mal wieder soweit. Seit 2015 waren wir nun da letzte Mal am Bodden. Damals mit Chrischi Maier vom Team Bodden Angeln doch recht erfolgreich auf dem Kubitzer Bodden unterwegs, sind wir den Guides vom TBA natürlich treu geblieben und haben dieses Mal Robert Balkow unser Vertrauen geschenkt und wollten den Bodden rings um Schaprode beackern.

Vorab sei natürlich gesagt, dass es essentiell ist, sich rechtzeitig um seinen „Wunsch“guide zu kümmern, am besten wenigstens 1 Jahr im Voraus, sonst sieht man bei der Terminvergabe ziemlich alt aus. Die Jungs sind bis auf ein paar freie Einzeltermine nahezu immer weit im Voraus ausgebucht. Da wir auf gut deutsch „den Arsch nicht rechtzeitig hochbekommen haben“, und erst im Januar 2019 angefragt hatten, bot sich für uns dieses Mal nur ein Sonntag, genauer gesagt der 06.10.2019, als einziger möglicher Termin.

Nach einigem hin- und herüberlegen, haben wir uns daraufhin entschlossen noch einen Tag vorab dranzuhängen und am Samstag vor unserem Guiding per Mietboot den Strelasund von Altefähr aus noch etwas unsicher zu machen. So waren wir Schaprode schon sehr nahe und konnten dort in einer Pension direkt am Hafen übernachten und somit ausgeschlafen und nicht durch die Autofahrt übermüdet, das Guiding antreten.

Zum Samstag im Strelasund gibt es ehrlich gesagt leider nicht viel zu berichten. Am Folgetag durften wir dann von unserem Guide Robert auch erfahren warum. Es herrschte Hochwasser, wodurch zu viel Salzwasser in den Bodden drückt und den Fischen somit das Maul vernagelt. Am Samstag im Strelasund konnten wir somit bei nahezu ganztägig schönem Regenwetter exakt 2 kleine Barsche verhaften und mussten uns damit trösten, dass es auf den anderen Booten auch nicht anders aussah.
 
 
Glücklicherweise war das Regenwetter dank meiner Dozer/Urus Kombi von Geoff Anderson in Verbindung mit der Thermal 2 Unterwäsche kein Problem mehr und ich bin den ganzen Tag über, trotz nahezu 8 Stunden Dauerregen, trocken und warm geblieben. Kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, auch wenn es ziemlich kostenintensiv ist, aber es lohnt sich und ich persönlich möchte nichts anderes mehr. Da die Sachen hier in Deutschland nicht mal eben an jeder Ecke zu haben sind, habe ich mit dem Generalimporteur Armin Pijawetz aus Östereich sehr gute Erfahrungen gemacht. Supernetter und kompetenter Service ist dort an der Tagesordnung.


Ohne das Wissen über das Hochwasser nahmen wir also gegen 15:30 Uhr die letzten Kilometer nach Schaprode in Angriff und waren natürlich heiß wie Frittenfett, was der Folgetag wohl bringen möge. Nach Bezug unserer Zimmer in der Pension „Villa Holm“ ca. 150 m vom Hafen entfernt, führte uns der erste Weg in den Hafen, wo gegen 17:00 Uhr die Guidingboote von Ihren Touren heimkehrten. Daraufhin erfolgte bei uns dann leider doch etwas die Ernüchterung, als uns dann von besagtem Hochwasser erzählt wurde und sich die Angelei mehr als schwierig gestaltete, sodass der Tagesdurchschnitt eher bei 3 Hechten lag und in der vergangenen Woche wohl gerademal eine Metermutti an Bord geholt wurde. Zusätzlich wurden die Woche über Plätze befischt, die gerademal 50 – 70 cm!!! tief waren. Hierauf waren wir schon allein köderseitig nicht wirklich eingestellt.

Nach kurzer Lagebesprechung mit Robert, der auch grad von seiner Tour zurückkam, versprach er, sich für den kommenden Tag etwas anderes zu überlegen, was uns natürlich vorsichtig optimistisch stimmte. Somit ließen wir uns ein leckeres Abendbrot (kleiner Tipp das Schlemmerschnitzel ist der Knaller) in der kleinen Gaststätte „Zum Fährmann“ schmecken und haben es uns anschließend noch bei etwas Bier und Live-Musik auf dem Fisch- und Wollmarkt Schaprode gut gehen lassen. Geschafft vom Regentag auf dem Wasser, ging es dann um 21:00 Uhr ins Bett, um uns um 06:45 Uhr bei einem reichhaltigen Frühstück zu stärken und gegen 08:00 Uhr auf den Bodden zu starten.

Und was soll man sagen, Robert hatte sich Gedanken gemacht und entgegen der Flachwasserangelei der vergangenen Woche dazu entschieden, tiefer zu fischen und damit sich der Salzwassereintrag nicht so sehr auswirkt, eine ca. 30 minütige Fahrt unter Volllast mit den sehr gut motorisierten Booten zu unternehmen und tiefer ins „Landesinnere“ in den Breeger Bodden zu fahren.

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Lange Rede kurzer Sinn, die Entscheidung war goldrichtig, wir konnten bereits nach gefühlt 15 Minuten Angelei im Doppeldrill einen 92er, sowie einen 83er überlisten. Leider haben wir daraufhin zuviele Chancen liegen lassen, sodass Robert noch einen Hecht der 80er Klasse auf die Schuppen gelegt hat, bevor der Wind erstmal komplett eingeschlafen ist und erstmal Ruhe eingekehrte.

Nachdem nach ca. 1 Stunde wieder etwas Wind aufkam, war es wieder Robert, der nach einigen Barschen die zu uns an Bord kamen, einen Hecht der 70er Klasse zum Landgang überreden konnte. Gefolgt von unserem „Käpt’n Iglu“ (Name von der Redaktion geändert 😂), der ebenfalls mit 70+ punkten konnte. Rückblickend hatten wir dann wieder zuviele Chancen liegen lassen und so bekam ich selbst zwar auch noch einen geschätzten 65er an die Rute, der mir aber leider direkt vorm Boot nach kurzem Drill ausgestiegen ist und auch den letzten Hecht der Session darstellte.

Alles in allem muss man aber wieder sagen, dass uns Robert, der nebenbei bemerkt ein echt cooler Typ ist und für jeden Spaß zu haben, wie vom TBA gewohnt zielsicher zum Fisch gebracht hat. Wir haben dann schlussendlich zu wenig aus unseren Chancen gemacht, wobei 3,5 Fische für uns und 2 für Robert sicherlich auch nicht das schlechteste Ergebnis darstellen.

Wir kommen auf jeden Fall wieder und können solch eine Tour nur jedem ans Herz legen… ;-)






Montag, 9. September 2019

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Das wir die letzten 3 bis 4 Jahre nicht sehr oft zum Ansitzangeln kommen, ist wahrwcheinlich kein Geheimnis mehr, sodass wir unsere Angelei in der Regel meist auf einen spontanen Abendansitz legen und die Kamera getrost zu Hause lassen, da wir dann einfach nur ein paar Fische fangen und die Ruhe genießen wollen.

Großartig anders verhält sich das Ganze bei länger geplanten Ansitzen zwar natürlich auch nicht wirklich, jedoch sind die Erwartungen prinzipiell doch um einiges höher. So auch dieses Mal, als es für uns von Donnerstag bis Sonntag wieder einmal an unser Lieblingsgewässer, einen über 100 ha großen Tagebausee, ging.

Wie in der Überschrift jedoch angekündigt, waren uns die Wetterumstände wieder einmal nicht wirklich wohlgesonnen. Die komplette Woche schoss das Barometer mal schnell nach oben und am nächsten Tag im Sturzflug wieder in den Keller, wodurch sich das Wetter dementsprechend anpasste und den Fischen auf den Appetit schlug. So kam es, das wir am Donnerstag nach der Arbeit gegen 17 Uhr bei 1014 hPa am Gewässer ankamen und die Voraussage für den kommenden Tag bei 1024 hPa und herrlichstem Sonnenschein lag.

Da wir beim Feedern auf der Unterwasserkamera sehen konnten, dass die Weißfische Hunger hatten, aber speziell an diesem Gewässer wissen, dass an Karpfen bei solch einem Luftdruck Umschwung nicht zu denken ist, haben wir lediglich noch die Spots markiert und recht ordentlich unter Futter gesetzt, jedoch keine Ruten auf den Plätzen verteilt, sodass die Fische eine Nacht lang ohne Argwohn die Plätze beackern konnten.



Am nächsten Tag konnten wir dann auch feststellen, dass die Partikel nahezu restlos vertilgt wurden und lediglich von den gefütterten Boilies noch der ein oder andere am Gewässergrund zu erkennen war.

Der tatsächliche Luftdruck am Freitag betrug dann sogar 1026 hPa, sodass wir tagsüber, wo wir an diesem See noch nie einen Karpfen gefangen haben, lieber noch ein wenig Futter auf den Spots verteilt haben und uns dem Feedern zugewendet hatten, da für den kommenden Tag ein Abfall des Luftdrucks zurück auf 1016 hPa angesagt wurde, was den Karpfen schmecken sollte und wir somit gegen 17 Uhr die Ruten auf den Spots verteilen wollten.

Das Feedern als Zeitvertreib, funktionierte erwartungsgemäß wieder sehr gut, sodass Schleie, Brassen, schöne Rotfedern und Rotaugen über den Kescher geführt werden konnten. Bei einem kurzen Ausflug mit dem Schlauchboot und der Spinnrute, konnten dann sogar noch 14 Hechte, wobei keiner wirklich größer wie 40 cm war und gut 50 Barsche bis 35 cm auf der Haben-Seite verbucht werden. So etwas haben wir an diesem See tatsächlich auch noch nie erlebt.

Um 17 Uhr gingen dann wie geplant die Karpfenruten auf die präparierten Plätze und dann wurde erstmal zünftig gegrillt und lecker gegessen, sodass wir uns dann schlussendlich müde und zufrieden gegen 23 Uhr auf's Ohr gehauen haben.

Der Schlaf währte jedoch nicht allzu lang, denn gegen 0:30 Uhr wurde der Bissanzeiger unseres alten Herren das erste Mal gequält und nach 10 Minuten Drill auf dem Schlauchboot, konnte er nach einem wirklich tollen Kampf, einen herlichen Wild-Schuppi von 84 cm und geschätzt knapp 10 kg über den Kescherrand führen.



Auch der zweite Karpfen ließ nicht lang auf sich warten. Gegen 3:00 Uhr in der Früh lief die gleiche Rute wieder ab, jedoch verzichtete unser alter Herr dieses Mal auf das Schlauchboot, da er das Gefühl hatte den Gegner dieses Mal vom Ufer aus bezwingen zu können. Ein Fehler wie sich schlussendlich herausstellte, denn kurz vorm Ufer verschwand der Fisch im Kraut und konnte sich dort vom Haken befreien.

Das Lehrgeld wurde zwar bezahlt, konnte bei Karpfen Nummer 3, wieder auf ein und derselben Rute, leider keine Wirkung entfalten. Dieser Fisch war defintiv um einiges größer als alles zuvor, denn dieser stand lediglich auf dem Platz und wehrte sich mit massiven Kopfschlägen, sodass kein Meter an Schnur gewonnen werden konnte. Noch bevor unser alter Herr jedoch ins Schlauchboot steigen konnte, schlitzte der Fisch aus. :-(

Tagsüber am Samstag passierte an den Karpfenruten wie gewohnt nicht viel. Auch in der Nacht konnte dann lediglich noch ein kleinerer Schuppi verhaftet werden und somit ging unsere Session dann auch wieder dem Ende entgegen und 3 volle Tage Angeln waren wieder vorüber.

Es hat natürlich wie immer großen Spaß gemacht und wir hoffen, dass wir dieses Jahr gegen Ende Oktober vielleicht noch einmal einen kurzen Ansitz abhalten können. Auch unsere Jungs (4 und 6 Jahre) waren mit Begeisterung dabei und haben sogar 2 Nächte am Wasser im eigenen Zelt verbracht.


Nun freuen wir uns erst einmal auf unsere Tour an den Bodden bei Schaprode auf Rügen am 06.10.2019 und hoffen, dass uns die Hechte wohlgestimmt sind. ;-)

Samstag, 6. Oktober 2018

Abangeln mal Anders

Moin liebe Gemeinde,

wie ja schon so oft geschrieben, war es mit der Zeit für's Angeln auch in diesem Jahr noch nicht so wahnsinnig gut bestellt. Neben unserer Norwegentour im Mai diesen Jahres, sind wir grad zu einer handvoll Einsätzen in den Abendstunden gekommen, die auch tatsächlich hin und wieder von "Erfolg" gekrönt waren... Es ließen sich dieses Jahr immer wieder mal kleine Waller und schöne Schleien ans Band bekommen.

Jedoch stand bei den kurzen Ausflügen weniger der Fisch, sondern mehr die Entspannung in der Natur im Vordergrund, wodurch man sich allerdings über jeden gefangenen Fisch noch wesentlich mehr gefreut hat.

Nichts desto trotz, da wir unserer eigentlichen Passion, der Karpfenangelei, in diesem Jahr noch gar nicht weiter nachgehen konnten, haben wir glaube ich schon im Mai das Wochenende vom 28.09. - 30.09. ins Auge gefasst. Dementsprechend heiß waren wir natürlich auch über die Monate hinweg... ;-)

Das Wochenende war gekommen und da das Angelwochenende ja auch schon länger bekannt war, sind wir auch sogar mal dazu gekommen, ein wenig vorzufüttern, was wir tatsächlich schon ewig nicht mehr auf die Reihe bekommen haben bzw. wenn wir vorgefüttert hatten, bereits ein anderer Angler auf unserer Futterstelle saß.

Diesmal lief allerdings nahezu alles perfekt. Wir konnten in Ruhe Vorfüttern, wir haben unseren Futterplatz bekommen und die Fische (Karpfen), machten durch freudiges "sich komplett aus dem Wasser schrauben" auf sich aufmerksam, was nicht selten zu schlotternden Knien vor lauter Aufregung geführt hat.

Thomas hatte sich für dieses Wochenende auch extra nochmal eine Geheimwaffe aus dem Hause Bär Baits in Form eines Ananas-Hanf Boilies mit passendem Spray besorgt, was sich direkt als goldrichtig erweisen sollte. Ich meine mal, das wir auf Ananas Boilies stehen, ist glaube ich kein wirkliches Geheimnis mehr, aber dieser Boilie spielt scheinbar nochmal in einer ganz anderen Liga.

Nachdem wir mit 3 Mann und 6 Ruten, 5 Ruten mit Boilies anderer namenhafter Herstellern ausgestattet haben, die Ruten nahezu komplett in einer Tiefe mit Abständen von jeweils ca. 4 Metern lagen und nur eine mit Ananas-Hanf beködert war, ging auf die anderen 5 Ruten nichts, aber auch rein gar nichts und die Ananas-Hanf Rute lief ein ums andere Mal ab.

Zwar waren es in der Regel eher Brassen um die 60 cm, was nicht minder spannend war und da wir lediglich 40 Meter auslegen mussten, auch kein "lästiges" Problem darstellte, aber um 4 Uhr in der Früh kam er dann... der erwartete bzw. so lang ersehnte Karpfen.

Nach einem wahnsinnigen Vollrun, den wir so schon ewig nicht mehr erlebt haben und einem spannenden ca. 10 minütigem Drill vom Boot aus, konnte Thomas einen wunderschönen makellosen 30-Pfünder Spiegler sicher in den Kescher führen.

Der Jubelschrei war DEFINITIV  noch weit über den See hinaus zu hören... ;-)

Neben diesem wunderbaren Karpfen konnten wir tagsüber noch 6 Schleien um die 50 cm, sowie mehrere Spiegel-, Schuppen- und Wildkarpfen, jedoch eher in Satzergröße, an der Posenrute überlisten, sodass wir natürlich wahnsinnig gespannt waren auf die zweite Nacht.

Um es kurz zu machen... Im Laufe des Samstags hat das Wetter von bewölkt und kühl auf warm und sonnigstes Kaiserwetter umgeschlagen, also ein richtig fettes Hoch, was allen Fischen komplett das Maul vernagelt hat, was wir auf der Spotcam von Carpspot auch live mitverfolgen konnten.

Es waren massig Fisch auf dem Futterplatz, gefressen hat jedoch keiner mehr... :-(

Nichts desto trotz, war es ein hammermäßiges Wochenende, an dem Thomas seinen Personal Best beim Karpfen ein gutes Stück nach oben schrauben konnte... ;-)

Und nun viel Spaß mit den Bildern...


Eine Schleie schöner wie die andere und zwischdrin immer wieder mal ein kleiner Karpfen an der Posenrute, machen natürlich mega viel Spaß...








Und dann kam der wirkliche Zielfisch... Was für ein herrliches Tier...




Dienstag, 8. Mai 2018

Das war unsere Nordnorwegentour 2018

Hallöchen Gemeinde,

ein paar Tage sind nun seit unserer Rückkehr schon wieder vergangen und nun komme ich endlich dazu mal ein paar Zeilen zu unserem Trip nach Selvær zur Destination Træna Arctic Fishing zu schreiben.

Wie gesagt, 2 Jahre Vorbereitungszeit und Fiebern darauf, dass es endlich losgeht, liegt nun alles wieder in der Vergangenheit, denn unsere Reise ist schon wieder vorüber... Zu schnell... Wie immer... :-(

Aber für alle Interessierten, kann ich ja mal mit der Anreise beginnen... Diese gestaltete sich nämlich entgegen unserer Erwartungen als recht angenehm. Wir sind von zu Hause aus gegen 07.00 Uhr in der früh in Richtung Berlin gestartet, um dort um 09:50 Uhr mit Norwegian Air nach Oslo abzuheben. Da wir die Zollkontrolle in Berlin leider etwas falsch eingeschätzt haben, hätte unsere Reise hier allerdings fast schon ein jähes Ende gefunden. Auf einmal haben sich so viele Reisegruppen in der Zollabfertigung eingefunden, dass wir eine gefühlte Ewigkeit im Zoll festgesteckt haben und sich die ersten von uns erst 09.55 Uhr zum Boarding einfinden konnten. Die anderen haben noch länger festgesteckt und kamen erst um 10.05 Uhr am Schalter an. In der Zeit wurde bereits das Gepäck schon wieder aus dem Flugzeug geladen, unter anderem das Rutentransportrohr (2 Stück an der Zahl, mit Kabelbinder und 2 Packungen Frischhaltefolie umwickelt, damit man nur einmal extra Sperrgepäck zahlen muss, sind ja immerhin minimum 160 € komplett bei Online Buchung im Voraus) in dem sich alle Ruten der kompletten Mannschaft befanden. Nach langem hin und her und verständlichen bitterbösen Worten der Airline-Bediensteten, wurde das Gepäck wieder eingeladen und wir konnten unter Beifall aller Mitreisenden gegen 10:15 Uhr endlich Richtung Oslo starten.

 
Unser Gepäck wurde zwar durchgecheckt, aber da wir schon andere Erfahrungen gemacht haben, haben wir unser Handgepäck den anderen in die Hand gedrückt und mein Bruder und ich haben uns zur Gepäckausgabe begeben um zu schauen, o b unsere Koffer nicht eventuell doch wieder auf dem Band gelandet sind. Aber es lief alles gut, kurz durch den Zoll und warten auf den Flieger nach Bodø.

In Bodø angekommen, haben wir das Flughafenterminal verlassen, wo auch schon unser Großraumtaxi a la VW Crafter angefahren kam, welches uns innerhalb von nicht mal 10 Minuten an das Schnellfährenterminal brachte.

Dort angekommen, hatten wir noch Zeit einen kurzen Einkauf im fußläufig ca. 5 Minuten entfernten Rema 1000 Supermarkt zu machen und noch ein wenig Bier aufzustocken. Der 6er Träger 0,5 Liter Büchsenbier kam dort umgerechnet auf ca. 18 €. Teuer, aber immer noch günstiger als auf der Insel.

Die Schnellfähren sind top, darüber gibt es nicht viel zu schreiben. Außer, dass man sich bei der Wahl seiner Gepäckstücke vorab Gedanken machen sollte. Ich persönlich hatte 2 Reisekoffer a 20 kg und einen Rucksack als Handgepäck, damit ich das Rutentransportrohr schleppen konnte. Hat man 2 Koffer als Reisegepäck und noch einen Koffer als Handgepäck, kommt man beim Wuchten des Gepäcks (den schmalen Steg hinauf) auf die Schnellfähre schnell an seine Grenzen. Ansonsten leisten die Fähren ca. 32 Knoten Fahrt, also ca. 60 km/h. Die erste Fähre mit 4 Stunden Fahrtzeit ist tatsächlich eine echte Geduldsprobe, bei der sich ein vernünftiges Kartenspiel mehr als anbietet, um die Zeit totzuschlagen. Ein wenig zu Essen sollte man auf beiden Fähren empfehlenswerter Weise dabei haben, denn die Preise auf dem Schiff mit 10 € für ein kleines belegtes Baguette laden nicht grad zum Schlemmen ein. 



Auf Onøy angekommen, haben sich die Schnellfähren „just in time“ abgewechselt, sodass es ohne Verzögerungen Richtung Selvær (ca. 1:40 h Fahrtzeit) gehen konnte. Auf der zweiten Fähre nach Selvær werden dann auf dem Schiff allerdings noch einmal 180 Kronen pro Person fällig, genauso wie auf der Rücktour. Gegen 22:00 Uhr landeten wir dann sichtlich erschöpft, aber glücklich am Zielort und wurden dort bereits von der Vermieterin samt VW Bus erwartet.


An der Unterkunft angekommen, staunten wir natürlich über den gehobenen Standard der Einrichtung, angefangen von Miele Waschmaschine und Trockner (die tatsächlich öfters in Betrieb waren), sowie Siemens Küchengeräten der neuesten Generation. Letzteres haben wir auch direkt genutzt, um uns ausgehungert wie wir waren, gegen 23:30 Uhr noch ein paar Nudeln mit Tomatensauce zu zaubern, sodass wir dann anschließend zufrieden ins Bett gehen konnten.


Zuvor haben wir allerdings gleich noch die Bootseinweisung bekommen und den Mietvertrag fertig gemacht. Hinzu kam noch der Abschluss einer freiwilligen Bootsversicherung von 600 Kronen, die sich bei den Top Booten und den unzähligen Unterwasserbergen doch sehr anbietet.

Da Træna Arctic Fishing ein registrierter Betrieb ist und somit die Ausfuhr von neuerdings 20 kg Fisch möglich ist, müssen alle gefangenen und zurückgeworfenen Fische jeden Tag dokumentiert werden. Die geschieht in der Unterkunft über ein eigens dafür angeschafftes Tablet und wird via App aufgenommen.

Somit kommen wir auch schon zur Angelei des ersten Tages. Wir hatten, so würde ich es behaupten optimale Bedingungen. Vollmond, auflaufende Flut ab 6.00 Uhr morgens mit Höchststand gegen 14.00 Uhr. Wir waren natürlich heiß wie Frittenfett, sodass wir unser Kværnø Boot mit 150 PS Außenborder gar nicht großartig gequält haben und direkt in der Nähe zur Hafenausfahrt den ersten Stopp eingelegt haben.

Und was soll ich sagen… Erste Drift, mein Bruder Thomas lässt das erste Mal runter und hat nach nicht mal einer Minute schon den ersten Meterbutt an der Rute. Alles klar dachten wir uns, Glücktreffer… Weiter geht’s, da ging auch schon die nächste Rute krumm und an Jürgen’s Rute zappelte der nächste, wenn auch etwas kleinere, Butt.




Das Ganze war uns dann ehrlich gesagt schon fast ein wenig unheimlich und da wir nicht bereits am ersten Tag (dies sollte sich allerdings rächen) 50 Butt im Boot haben wollten, haben wir erstmal umgesetzt und auf Dorsch versucht. Dies gestaltete sich ebenfalls mehr als praktikabel, wodurch wir bereits am ersten Tag die Styroporkisten ordentlich füllen konnten, da eigentlich an jeder Ecke Dorsche um die Metermarke gewartet haben.

Wir haben dieses Mal auch einen Heilbutt mitgenommen und filetiert und nach den Angaben von Volker Dapoz aus dem aktuellen Norwegen Magazin vorbereitet. Also filetiert, einen Tag abhängen lassen (ähnlich wie bei Rindfleisch) und am nächsten Abend allerdings nicht gebraten, sondern im Backofen zubereitet. Nachdem der Heilbutt gebraten sonst bisher immer trocken war, war er dieses Mal butterzart und extrem aromatisch. Eine echte Leckerei.

Für den zweiten Tag haben wir uns die Seelachse vorgenommen und sind dafür zum nördlich gelegenen Hårgrunnen gefahren. Dort angekommen stellten wir im Mittelwasser massive Köderfischschwärme in Form von kleinen Seelachsen fest, worunter die großen Seelachse, sowie Dorsche gelauert haben, die sich dann auch nicht lange haben bitten lassen und der Tanz an der Rute begann, sodass das Boot nach 2 Stunden prall gefüllt mit schönstem Fisch war.




Top Köder der Woche waren 300 gr. Royber Jigs mit Twisterschwanz in der Farbe Seelachs, sowie Schroyber mit 130gr. Köpfen in der gleichen Farbe und 100 gr. Speedy Pilker in Red Head und Red Head Silver.

Wie angesprochen sollte sich unser lapidarer Umgang mit dem Heilbutt ja noch rächen. Die kommenden 3 Tage hatten wir leider jeden Tag ordentlich Wind mit Windstärke 6 bis 7 und Driften um die 2,5 Knoten, sodass eine Angelei ohne Driftsack nicht möglich gewesen wäre. Wir hatten an dieser Stelle den XXL Driftsack von Quantum in Benutzung, der das Boot zuverlässig auf 0,8 bis 1,0 Knoten gebremst hat.

Wir sind also jeden Tag rausgekommen und konnten auch gut und gerne 8 Stunden angeln, aber mit Heilbutt sah es fortan schlecht aus. Keine kleineren Butt mehr, die Spaß machen an der Rute, sondern wenn ein Heilbutt kam, dann war er einfach nur noch groß, sodass sie entweder ausgeschlitzt sind oder durch Schnurbruch verloren gingen.


Und weg war der Butt... ;(


Somit haben wir uns die letzten 3 Tage die Kisten mit Dorsch vollgemacht, auch wenn die ganz großen nicht mehr dabei waren. Man musste die Fische regelrecht suchen, hatte man aber ein wenig Glück bei der Suche waren auch wieder richtige Brecher dabei. Unsere Obermieter, eine Truppe aus Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise befischten mit uns gemeinsam ein Plateau südöstlich der Insel, auf der der ein oder andere Dorsch ins Boot gewandert ist. Wir sind dann irgendwann wieder Richtung Heimathafen aufgebrochen und die Mecklenburger sind nochmal 10 Minuten weiter auf ein anderes Plateau gefahren, wo sie plötzlich noch jede Menge Skrei, sowie schöne Seelachse verhaften konnten.

Alles in Allem muss man an dieser Stelle DinTur Recht geben. Die Lage dieser Insel und das umgebende Seegebiet ist der Traum eines jeden Anglers und wird in den kommenden Jahren ganz sicher die ein oder andere Granate ans Tageslicht bringen.

Unsere Zeit war auf jeden Fall rum und wir machten uns nach einer Woche glücklich und zufrieden mit vollen Filettaschen früh um 06.05 Uhr mit der Fähre wieder auf in Richtung Heimat, die wir um 19:25 Uhr erreicht hatten.

Und nun natürlich viel Spaß mit den Bildern.

Euer Team vom Angeln im Spreewald… auf Abwegen… 😉